Design schafft Werte

Sonderdruck aus me 1/2017 agt agile technik verlag gmbh

Die Gerhard Schubert GmbH, global agierender Hersteller von Verpackungsmaschinen, hat erkannt, welche Rolle Design für den Erfolg ihrer Anlagen spielt. Schon immer setzt das Unternehmen aus Crailsheim auf die ausdrucksstarke Imagebotschaft guter Gestaltung. Das Designbüro Ottenwälder und Ottenwälder begleitet den Pionier des deutschen Verpackungsmaschinenbaus seit Jahren mit innovativen Ideen zu Industriedesign und Formgebung – zuletzt bei der Gestaltung der neuesten Maschinengeneration.
Stefan Skrzipietz

„Design schafft Werte“. Dieser kurze Satz bringt die Philosophie des Schwäbisch Gmünder Designbüros Ottenwälder und Ottenwälder auf den Punkt und drückt aus, was auch Unternehmen der Investitionsgüterindustrie zunehmend für sich zu nutzen wissen: den vielfältigen Mehrwert guter Gestaltung. In Zeiten konkurrierender Märkte ist Industriedesign zu einem der wichtigsten Pfeiler der Vermarktungsstrategie geworden. Im Einklang mit dem Marketing stärkt es die Identität eines Unternehmens und seiner Produkte.

Klares Design kann einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die auf lange Sicht angelegte Wertigkeit der Anlagen, ihre hohe Funktionalität und technische Differenzierung nach außen darzustellen und sichtbar zu machen. Hierfür braucht der Designer profundes technisches Know-how und eine präzise Kenntnis der Arbeitsabläufe. Hinzu kommen eine Reihe ergonomischer Gestaltungsfaktoren, die frühzeitig in den Entwurf integriert werden müssen. Mit ihrer mehr als 25-jährigen Expertise in vielen unterschiedlichen Branchen bringen Ottenwälder und Ottenwälder genau diese Voraussetzungen mit.

„Ottenwälder und Ottenwälder sind langjährige Wegbegleiter von Schubert. Die Designer verstehen sowohl unsere Philosophie als auch unsere Maschinen sehr genau. Sie fühlen und arbeiten sich in jede Idee und in jedes neue Produkt engagiert ein. Nur so kann stimmiges Maschinendesign entstehen“, bestätigt auch Ralf Schubert, geschäftsführender Gesellschafter und verantwortlich für den Bereich Technik bei Schubert.

Neue Designstandards für Verpackungsmaschinen

Ende 2015 beauftragte die Gerhard Schubert GmbH Ottenwälder und Ottenwälder,die neue Generation von Top-Loading-Verpackungsmaschinen (TLM) mit einem zeitgemäßen Corporate Product Design auszustatten. Die Agentur ist ein langjähriger Partner des Unternehmens. Für die neue schaltschranklose Anlage entwickelten die Designer einen sogenannten Style Guide, in dem wegweisende Standards für das neue Schubert-Maschinendesign festgeschrieben sind: signifikante Designmerkmale, eine hochwertige, ästhetische Materialität und Formensprache, eine neu definierte Farbgebung sowie Überlegungen zu der intelligenten Integration von Fremdgeräten in die Verpackungsanlagen.

Die Toploading-Verpackungsmaschinen gehören dank ihres konsequent modularen Maschinenkonzepts zu den flexibelsten Lösungen ihrer Art. Sie zeichnen sich durch eine außerordentliche Leistungsfähigkeit, hohe Flexibilität und Produktivität im Packprozess, eine einfache Bedienbarkeit sowie eine hohe Zuverlässigkeit und Langlebigkeit aus. All diese Eigenschaften und Werte soll die neue Maschinenästhetik dabei intuitiv vermitteln.

„Wir bei Schubert legen seit unserer Gründung großen Wert auf Produktdesign. Gute Gestaltung sichert die Wiedererkennbarkeit der Marke. Eine Schubert-Maschine zu besitzen, ist zum Imagefaktor geworden. Zu dieser Wahrnehmung am Markt hat auch das Design entscheidend beigetragen. Die Maschinen wären ohne O und O nie so geworden, wie sie jetzt sind“, so Ralf Schubert.

Maschinendesign stärkt die Marke

Im Idealfall sind Designer bereits von Anfang an in den interdisziplinären Entwicklungsprozess von Maschinen und Anlagen integriert. Mit der eigens entwickelten Design-Innovations- Methode DIM haben Ottenwälder und Ottenwälder einen individuell strategischen Ansatz für ihre Designarbeit geschaffen. Sie führt in fünf Schritten – Analyse, Strategie, Konzeption, Realisation und Implementierung – zum optimalen Designergebnis.

Bei der Neugestaltung der schaltschranklosen TLM-Maschine von Schubert konzentrierten sich die Designer auf die Optimierung der äußeren Merkmale der Maschine, die ihr sensibles, robotergesteuertes Innenleben schützen und ihr Nutzwertversprechen nach außen tragen.

„Von Anfang an war klar, dass es sich bei dieser spannenden Aufgabe nicht um eine reine Verschönerungsmaßnahme, sondern um eine ganzheitliche Weiterführung und Neugestaltung handelt, die sehr stark auf die technischen Anforderungen und ökonomischen Faktoren eingehen muss“, erklärt Inhaber Max Ottenwälder. „Unsere Vorstellungen konnten wir in einem offenen, sehr produktiven Prozess und in ständigem Dialog mit dem Kunden einbringen“.

„Unser Ziel war es, mit grafischen und optischen Elementen und technischen Erneuerungen die Einzigartigkeit der Maschine dezent und doch einladend zu unterstreichen – sozusagen einen ‚emotionalen Purismus‘ zu schaffen“, erläutert Geschäftsführerin Petra Kurz-Ottenwälder.

Bedienelemente – ergonomisch, übersichtlich, einfach

Nach sorgfältiger Analyse, zu der auch die Beobachtung des Nutzerverhaltens gehörte, präzisierten O und O die User Experience (UX) und verordneten den Bedienelementen ein selbsterklärendes, modernes Erscheinungsbild. Dazu zählen die flachen Schalter an den Türholmen und Anschlussboxen, die mit der kubischen Gesamterscheinung der Maschine harmonieren. Die Griffe an den Schutztüren wurden waagerecht und damit ergonomisch sinnvoller positioniert. Sie unterstützen so den waagerechten Arbeitsfluss wesentlich besser als zuvor.

Ein neuer großer Monitor vereinfacht die Bedienerführung der Maschine, indem er übersichtlich und verständlich alle Systeme und Aufgaben anzeigt. Das um zehn Zentimeter erhöhte Maschinengestell ermöglicht den Nutzern größere Bewegungsfreiheit. Neu gestaltete Fußelemente und Beschriftungen sowie die Vereinheitlichung der Typenschilder zählen ebenso zum Konzept der Umgestaltung.

Standardfarben mit Symbolkraft

Corporate Design ist die Leitlinie für eine stimmige Unternehmenserscheinung, in die selbstverständlich auch die Produkte selbst einbezogen sein müssen. Aus diesem Grund wurden die Firmenfarben, Grundmotive und Schriftarten in die Gestaltung der Schubert- Verpackungsmaschinen integriert. Zu den gestalterischen Höhepunkten der neuen Schubert Top-Loading-Maschinen gehört die neu definierte Schubert-Farbwelt. Mit den drei Standard-Tönen White Line, Silver Line und Magic Line werden Botschaften wie Solidität, Schnelligkeit und Sympathie transportiert. Die Farbgebung betrifft jeweils die Außenfarbe der Gestelle, während deren Innenfarbe stets in Weiß und die technischen Komponenten in Silber gehalten sind. So steht der Innenraum der Maschine optisch erhellt im Zentrum. Genau hier laufen die Produkte durch die Maschine, sie sind somit Fokus des Geschehens. Optional erhellt eine Beleuchtung den Maschinen-Innenraum, was die Gesamtwirkung der Anlage noch brillanter und die Vorgänge in der Maschine noch besser sichtbar machen. Fremdgeräte, wie beigestellte Leimgeräte oder Vorratsbehälter passen sich durch Designelemente wie Farbgebung und Materialität dem neuen Gesamterscheinungsbild an.

Die Standardisierung bringt Kunden von Schubert viele Vorteile: Die Produktionssicherheit der Maschinen wird mit den hellen Farben erhöht, da Verschmutzungen bei der Reinigung des Innenraums leichter erkennbar sind. Außerdem passen sich die neutralen Farben – unabhängig von der Corporate Identity des Kunden – hervorragend in das Ambiente von Produktionshallen ein.

Für die Gerhard Schubert GmbH bedeutet die Neugestaltung der Maschinen auch einen Pluspunkt, um in Zukunft ambitionierte Ziele zu erreichen: So arbeitet das Unternehmen an der stetigen Verbesserung bestehender Abläufe und strebt bis 2020 an, 1 000 Teilmaschinen pro Jahr zu fertigen. Für dieses Ziel müssen alle Prozesse perfekt ineinandergreifen – vom Verkauf über Konstruktion, Einkauf, Teilefertigung und Montage bis zur Auslieferung. Durch die Farb-Standardisierung sind Teile, Anbauten und auch Ersatzteile schneller verfügbar. Montagezeiten werden kürzer und die Maschinen sind schneller für den Anwender einsatzbereit.

Ergonomie, Usability und Effizienz

Individualisierung, Standardisierung und Wirtschaftlichkeitsüberlegungen spielen bei der Gestaltung von innovativen Maschinen und Anlagen immer eine Rolle. Design schont Ressourcen, stärkt komfortable Bedienbarkeit, schafft Arbeitserleichterung, minimiert Materialeinsatz und beschleunigt den Logistikfluss. Im Umgang mit durchdacht designten Produkten sind Mitarbeiter motivierter, schneller und die automatisierten maschinellen Prozesse intelligenter und effektiver. Designaffine Maschinenhersteller grenzen sich mit diesen Vorteilen von günstigeren Anbietern aus dem Ausland ab und geben den Gestaltungsnutzen direkt an ihre Kunden weiter. Denn mit den effizienten Anlagen sind diese beispielsweise in der Lage, ihre in den westlichen Industrieländern verbleibende Produktion gegenüber der weltweiten Konkurrenz zu verteidigen.