Trump, Nachhaltigkeit, Design

Unter dem Motto „Globale Risiken oder riesige Chancen auf den Weltmärkten? Erfolg und Nachhaltigkeit für die Baden-Württembergische Wirtschaft“ kamen Ende September UnternehmerInnen und Führungskräfte aus der Region Stuttgart bis Aalen zum 1. Wirtschaftsgipfel im Remstal. Eingeladen in das Congresszentrum Schwäbisch Gmünd hatte die Stuttgarter Marketingagentur Ruess Group und die Designagentur Ottenwälder und Ottenwälder sowie das Hotel am Remspark und die Gmünder Wirtschaftsförderung.

TINA TEUCHER

Insect Respect

Dr. Aldo Ammendola

Weleda

PETER FRIESS

Fokus Zukunft
Hochkarätige Referenten und ein aktuelles Themensetting im Hinblick auf globale Herausforderungen und nachhaltiges Wirtschaften lockten über 50 Gäste zum Start dieser Wirtschaftsveranstaltungsreihe.

Dr. Christian Rusche vom Institut der deutschen Wirtschaft leitete die Veranstaltung ein, indem er die Auswirkungen der chinesischen Wirtschaftspolitik auf Deutschland thematisierte – im speziellen die wachsende chinesische Beteiligung in Baden-Württemberg. Denn schon heute zählt China zu den Top-3-Investoren „im Ländle“, Tendenz steigend.

Einfluss des „Dealmakers“ Trump
Und noch mit einer weiteren globalen Kernthematik befasste sich der Wirtschaftsgipfel: Dr. Christian Bluth von der Bertelsmann Stiftung behandelte den mit Donald Trumps eingeschlagenen Wirtschaftskurs der USA, der anhand seiner Twitter-Tweets nur schwer einzuschätzen sei. Trump präsentiere sich gerne als „Dealmaker“. Aber ob er tatsächlich einen Handelsabschluss mit China suche, sei aus Wahlkampfsicht dahingestellt.
Über eine mögliche handelspolitische Zukunft der USA nach einer Ära Trump stellte Ökonom Bluth fest, dass ein möglicher demokratischer Präsident wohl einen ähnlichen Kurs wie Trump verfolgen würde: „Bernie Sanders würde keine wesentlich andere Handelspolitik bestreiten als Trump.“

Den ersten Teil des kurzweiligen Nachmittags schloss Petra Kurz-Ottenwälder, Inhaberin von Ottenwälder und Ottenwälder und Mitinitiatorin der Veranstaltung, ab. Sie erläuterte eindrucksvoll, wie Design Werte für Unternehmen schafft, und wie man gutes von schlechtem Design unterscheiden kann.

Internationalisierung als Wachstumstreiber bei Weleda AG
Dr. Aldo Ammendola eröffnete die zweite Runde des Kongresses: Das Geschäftsleitungsmitglied der Weleda AG, weltweit führendes Unternehmen für Naturkosmetik und anthroposophische Arzneimittel, behandelte die internationale Expansionsstrategie und wie sich diese mit einer nachhaltigen und anthroposophisch inspirierten Unternehmensphilosophie vereinbaren lässt. Beides sei Katalysator für das Wachstum der vergangenen Jahre bei Weleda.

Das Thema Nachhaltigkeit zog sich als roter Faden durch den gesamten Wirtschaftskongress. Tina Teucher, Beraterin für Nachhaltiges Wirtschaften, stellte das Projekt Insect Respect vor, an das auch 25 Euro des Ticketpreises gespendet wurden. Ziel des Konzeptes ist es, Firmengelände in Lebensräume für Insekten umzuwandeln, um so deren Fortbestand zu sichern. Ins Leben gerufen wurde dieses Engagement erstaunlicherweise von Reckhaus, einem Hersteller für Insektenbekämpfungsmittel.

Auch der Referent Peter Friess von Beratungsgesellschaft Fokus Zukunft betonte in seinem Vortrag die unwiderruflichen Folgen des Klimawandels und rief die Anwesenden zu mehr Einsatz zum Klimaschutz auf. Der erste Wirtschaftsgipfel im Remstal wurde als klimaneutrale Veranstaltung durch Fokus Zukunft zertifiziert.

Rennsport, High-Potentials und Nachhaltigkeit
Abgerundet wurde der Nachmittag mit einem „Round Table“ zum Spannungsfeld nachhaltiges Wirtschaften und Unternehmertum. Moderiert von Markus Rahner, Geschäftsführender Gesellschafter der Ruess Group, diskutierten Norbert Haug, ehemaliger Motorsport-Chef von Mercedes Benz, Ralf Holighaus, Geschäftsführer des Segelflugzeugherstellers Schempp-Hirth, und der Unternehmer Dr. Edwin Tscheschlok. Themenbereiche wie E-Mobilität, Energiewende aber auch Digitalisierung und Fachkräftemangel wurde dabei rege erörtert.
Die intensive Diskussion mit allen Gästen wurde im nahegelegenen Hotel am Remspark bis in den späten Abend fortgesetzt. Während des Dinners in der 7. Etage mit Weitblick über die Dächer Schwäbisch Gmünds war zudem für weiteren Gesprächsstoff gesorgt: Dr. Albert Schmitt, Managing Director der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, erzählte den Werdegang des Ausnahmeorchesters vom nahenden Bankrott Ende der 1990er Jahre hin zur heutigen – auch wirtschaftlich erfolgreichen – musikalischen Weltmarke.

DR. Christian Bluth

Bertelsmann Stiftung

Dr. Christian Rusche

Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.